17 April 2021

Lockdown-Lust

Lasst uns einen Lockdown machen! Einen richtig harten Lockdown! Einen Lockdown wie ihn die Welt noch nie gesehen hat!

Weg mit den jammernden Gastronomen. Sollen sie doch anders ihr Geld verdienen. Wir haben inzwischen alle Kochen gelernt. Und die, die das immer noch nicht können, sollen die sich doch ihr Essen beim Lieferdienst bestellen.

Weg mit den Kleider- und Schuhgeschäften. Es lebe die Jogginghose. Es lebe der Sportschuh vom Discounter. Mode war gestern, heute ist Minimalismus.

Weg mit den überfüllten Fußgängerzonen. Wer braucht denn so was?

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Und was ist mit deinen Freunden?
12 April 2021

Montag, 12. April 2021

Die Bäume werden langsam grün. Es ist noch ein helles zartes Grün. Heute durch die Straßen gebummelt. Wie groß die Angst der Menschen doch ist, dass manche selbst in der frischen Luft noch eine Maske tragen. Auch noch FFP-2-Masken. Auf dem Fahrrad, beim Spaziergang.

Ich lief an einer Schule vorbei, wo Eltern auf ihre Kinder warteten. Viele Eltern maskiert. Viele Kinder auch. Meistens mit den dünneren OP-Masken. Es sieht aus, als kämen sie gerade aus einem Seuchen-Labor.

Die Lokale haben dicht. Draußen stehen unbenutzte schmutzige Tische. In den Parks sieht man hie und da Jogger oder Leuten mit Hunden. Warum tragen Hunde eigentlich keine Masken?

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Und was ist mit deinen Freunden?
20 März 2021

Das Leben ist ein Gartenhaus (18)

Wir sind zu Besuch bei den Eltern von Schatz. Wohnen auf dem Land. Großer Bungalow mit Garten am Hang.

Kaffeetrinken im Wohnzimmer. Im Fernsehen läuft gerade die Tagesschau am Nachmittag.

… und dann habe ich ihm gesagt, solange er Covid hat, muss er im Gartenhaus wohnen, erzählt uns die Mutter Evelin.

Ja, bestätigt Frederik der Vater, ich hatte ja Symptome.

Er rannte ständig aufs Klo. Durchfall, Erbrechen, es war furchtbar.

Aber Covid-19 ist doch eine Lungeninfektion, gebe ich zu bedenken.

Kann aber auch andere Symptome machen. Seid ihr denn nicht informiert? Kopfschmerzen, Hirnschlag, Herzinfarkt, Nieren- oder Leberversagen. Ich wurde trotz der Quarantäne auch infiziert.

Du warst krank?, fragt Schatz erstaunt.

Und wie! Ich hatte blaue Flecken an den Beinen.

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Und was ist mit deinen Freunden?
26 Januar 2021

Gedanken über die Spaltung der Gesellschaft

In allen Medien wird darüber berichtet, dass Corona die Gesellschaft spaltet. Allerdings ist das nicht erst seit der Pandemie der Fall. Schon früher gab es immer wieder Tendenzen, die Gesellschaft in verschiedene sich verfeindete Gruppen aufzuteilen. Das beste Beispiel ist das Jahr 2015, als eine große Anzahl von Flüchtlingen zu uns kam. Damals bildete sich ein Riss der quer durch alle Schichten ging.

Ich war damals in der Flüchtlingshilfe (ich nutze diesen Begriff der Einfachheit halber, obwohl er nicht ganz korrekt ist) aktiv, bin es auch heute noch. 2014, als ich anfing mich zu engagieren, war die Öffentlichkeit zu diesem Thema noch „unaufgeregt“. Es gab zwar vereinzelte Stimmen, die ihren Missmut äußerten, aber alles in allem wurde die Lage in den Medien nur am Rande erwähnt. Erst im Sommer und Herbst 2015 kochten dann die Emotionen hoch. Zum einen ging Anfang September ein Bild um die Welt von einer Kinderleiche, die an den Strand gespült wurde. Und wenige Tage später wurde die Einreise für eine Vielzahl von Flüchtlingen genehmigt. Sie hatten sich auf den Weg nach Österreich und Deutschland gemacht, nachdem sie vorher unter katastrophalen Bedingungen im Bahnhof von Budapest gewartet hatten.

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